 | | Aachener Kuriositäten und Besonderheiten |
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 |  | “Keiser Karl ejjene Eäzekomp“, Kaiser Karl in
der Erbsensuppenschüssel – so nennen die Aachener liebevoll-respektlos die
Statue Karls des Großen im Brunnen auf dem Marktplatz. Wenn Sie davor stehen,
werden Sie wissen, warum … Die Karlsstatue wurde im
Jahre 1620 in Dinant (Belgien) gegossen. Während der Franzosenherrschaft, im
Oktober 1794, wurde die Karlsfigur nach Paris geschafft, im Mai 1805 kehrte sie
an ihren Platz auf dem Aachener Markt zurück. |  |  |
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 |  | Was machen zwei Aachener, die sich im Ausland begegnen? Sie recken ihren
kleinen Finger in die Höhe und begrüßen sich mit dem „Klenkes“. „Klenkes“ bedeutet „abgespreizter kleiner Finger“. Der Gruß
entwickelte sich aus der langen Aachener Tradition der Nadelfabrikation heraus:
Kinder sortierten fehlerhafte Nadeln mit Hilfe des abgespreizten Fingers aus,
sie „klenkten“ sie „aus“. In Aachen ist diesem Gruß ein Denkmal gesetzt worden:
Im Herzen der Innenstadt, an der Ecke Holzgraben/ Adalbertstraße, grüßen sich
zwei Jungen und ein Mädchen aus Bronze mit dem „Klenkes“. |  |  |
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 |  | Dem Teufel ein Schnippchen schlagen – das wünscht sich wohl jeder, der
sich mit ihm eingelassen hat. Die Aachener haben der Legende nach den Teufel
gleich zweimal mit List und Tücke in die Flucht geschlagen… Die erste Geschichte
erklärt, warum die massive Eingangstür am Hauptportal des Doms Wolfstür genannt
wird und warum sie nicht nur als erster Bronzeguss nördlich der Alpen Geschichte
geschrieben hat: Als die Aachener beim Bau des Doms in Geldnöte gerieten, bot der Teufel dem Rat finanzielle Unterstützung an. Dafür forderte er die Seele desjenigen, der den Dom zur Einweihung als erster beträte; er hoffte wohl auf einen Bischof oder gar den Papst. Der Handel sprach sich allerdings schnell herum, und als der Tag der Weihe näher rückte, wollte niemand als erster den Dom betreten. Die Ratsherren fanden jedoch eine raffinierte Lösung: Man fing im Wald einen Wolf und jagte diesen als ersten in den Dom. Blindlings griff der Teufel zu und riss ihm die Seele aus der Brust. Als er merkte, dass er hereingelegt worden war, warf er die Seele fort und knallte die Domtür mit solcher Wucht zu, dass sich das Metall leicht verbog und ihm der Daumen abgerissen wurde. Dieser kann noch heute in einem der beiden Löwenköpfe, welche die Eingangstür zieren, bewundert werden. Auch wenn skeptische Zeitgenossen den Teufelsdaumen für den Überrest eines Türrings halten… Die beiden Güsse aus römischer Zeit, die im Eingangsbereich
des Doms stehen, werden mit dieser Legende verknüpft: der Pinienzapfen
symbolisiert die Seele des Wolfes, und der Wolf bzw. die Wölfin (nach manchen
Quellen eine Bärin) zeigt die Stelle, an der ihr der Teufel die Seele
herausgerissen haben soll. |  |  |
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Vom Lousberg, dem höchsten Punkt der Stadt, hat man
einen wunderschönen Blick auf ganz Aachen. Und fast nebenbei erzählt der
Lousberg, wie eine Aachener Bauersfrau den Teufel ausgetrickst und damit die
ganze Stadt gerettet hat: Nachdem
der Teufel von den Aachenern hereingelegt worden war, die ihn nicht mit der
erhofften Menschenseele, sondern mit der Seele einer Wölfin für seine Hilfe
beim Dombau entlohnt hatten (Wolfstür-Sage), wollte er gekränkt und wütend den
Dom und zugleich die ganze Stadt unter Sand begraben. Deshalb holte er vom
Meeresstrand einen großen Sack voll Sand. Schon weit gegangen und unter der Last
keuchend begegnete er einer Bauersfrau und fragte sie nach dem Weg nach Aachen.
Die Bauersfrau jedoch hatte den Teufel gleich erkannt. Sie sagte ihm, sie komme
gerade aus Aachen und ihre Schuhe, die sie dort neu gekauft habe, seien schon
ganz zerschlissen, weil der Weg so weit sei. Vor Wut und Erschöpfung ließ der
Teufel den Sandsack fallen und gab auf – Aachen war gerettet. An der Stelle, an
der er den Sandsack fallen ließ, der sogleich aufplatzte, befindet sich heute
der Lousberg. Nicht umsonst verdankt dieser seinen Namen dem Wort „lues“ =
„klug“.
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 | | Kulinarische Spezialitäten |
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 |  | Wenn ein milder Duft nach Zimt, Nelken, Kardamom und anderen exotischen
Gewürzen um die Nase weht, kann man sicher sein, dass man sich einer der
zahlreichen Aachener Printenbäckereien nähert. Die Printe ist das
"Nationalgebäck" der Aachener, eine Art Lebkuchen. Der Name kommt vom englischen
"to print" = „drucken“; früher wurden zur Printenherstellung in Holz geschnitzte
Formen verwendet, die der Printe die entsprechende Form gaben. Die Aachener Printenbäcker hüten ihre Rezepte als Familiengeheimnis, jeder hat seine eigene Würzmischung. Auch deshalb gibt es diese Köstlichkeit in den verschiedensten Variationen: hart und weich, mit Kräutern, Schokolade oder Nüssen, als Printenmann, -frau, -pferd oder in der typischen Rechteckform. Eine wichtige Rolle spielen die
(Kräuter-)Printen auch in der rheinischen Küche: fein zerrieben und unter die
Sauce gerührt verleihen sie dem Original Aachener Sauerbraten erst den
typischen, richtigen Geschmack. |  |  |
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 |  | | Wenn Sie bei Puttes an niedliche, etwas pummelige Engelchen denken, liegen
Sie in Aachen ganz falsch – vielmehr handelt es sich beim „Öcher Puttes“ um eine
kulinarische Spezialität, nämlich gebratene Blutwurst. Traditionell werden dazu
Kartoffelpüree und Sauerkraut oder Apfelmus serviert. |  |  |
 |  | Auf ihren Reisfladen sind die Aachener zu Recht stolz: cremiger Milchreis,
der auf der Zunge zergeht, auf einem zarten Hefeteigboden... Original oder
abgewandelt mit Kirschen, Aprikosen oder anderem Obst immer eine Kaffeepause
wert. Der Reisfladen ist übrigens ein richtiger
Europäer: grenzüberschreitend ist er nicht nur in Aachen, sondern im gesamten
Dreiländereck zu Hause. |  |  |
 |  | | Es gibt sie nur in Aachen, doch hier sind sie in jeder Bäckerei zu finden:
süße Brötchen, die auf der Oberseite dick mit knusprigen Streuseln bedeckt sind.
Lassen Sie sich diese einzigartige Kombination nicht entgehen und probieren Sie
– zum Frühstück, zum Nachmittagskaffee oder einfach so,
zwischendurch. |  |  |
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