 | | Der erste Aachener ... war ein Pferd |
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 |  | | Die wohl ältesten Spuren von Leben in der Aachener Region wurden bei
Kanalbauarbeiten in den 1950er Jahren freigelegt: Es handelte sich um fossile
Knochenreste eines Wildpferdes, das vor rund 30.000 Jahren mit seinen
Artgenossen über die Steppenlandschaft galoppiert sein dürfte. |  |  |
 | | Das Pferd Karls des Großen |
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 |  | In Aachen hat alles eine Geschichte. Und alle Geschichten enden früher
oder später bei Karl dem Großen. Selbstverständlich auch die Geschichte der
Pferdestadt Aachen. Denn schließlich war es, der Legende zufolge, das Pferd
Karls des Großen, das mit scharrendem Huf eine heiße Quelle freilegte und damit
den Grundstock legte für die Karriere Aachens als Lieblingspfalz Karls des
Großen sowie als Bade- und Kurstadt. Karl der Große
selbst war ein passionierter Pferdezüchter und liebte die Jagd auf schnellen
Rössern.
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 | | Ritterspiele und Pferdeparaden |
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 |  | | Zum CHIO geben sich in der Aachener Soers alljährlich rund 400 edle
Vierbeiner die Ehre. Zu den mittelalterlichen Krönungsfeierlichkeiten begaben
sich, so berichten die Chronisten, an die 5.000 wohl ausgerüstete Reiter nach
Aachen, um dem neuen Herrscher ihre Reverenz zu erweisen – Dimensionen, die man
sich in der damals noch kleinen Stadt Karls des Großen kaum vorzustellen vermag.
Mehr als dreißig Mal fanden zwischen dem 10. und dem 16. Jahrhundert anlässlich
der Königskrönungen solche mittelalterlichen Mega-Events statt. Und nach getaner
Arbeit vergnügten sich die berittene Prominenz und das schon damals
faszinierte Publikum mit „Lanzenspielen und Pferderennen“. |  |  |
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 |  | | Lange bevor Aachen zum Mekka für die Spring- und Dressurreiter sowie für
die Viererzugfahrer wurde, schrieb die Stadt mit ihren Pferderennen
Reitsportgeschichte. Schauplatz war die sog. „Brander Heide“ im Süden der Stadt.
Dort fand 1821 – anlässlich eines Besuches von König Friedrich Wilhelm III. -
das erste Rennen „nach englischem Vorbild“ statt. Bis zum Ende des 19.
Jahrhunderts galten die Aachener Rennen fortan als ein „Muss“ für den
europäischen Adel. Und nur die besten Pferde aus den Ställen der Oppenheims, von
Goltsteins, von Metternichs, Esterhazys oder Fürstenbergs gaben sich auf der
Aachener Rennbahn die Ehre. |  |  |
 | | Aachen wird (pferde-) mobil |
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 |  | In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde Tempo gemacht. Eisenbahn
und später Automobil brachten den Verkehr auf Trab. Am Beginn dieser Entwicklung
sorgten Pferdebahnen für einen ganz neuen Fahr-Komfort. 1880 erhielt Aachen
seine erste Pferde-Eisenbahn – mit 22 Wagen und 159 Pferden wurde eine Strecke
von 11 Kilometern abgefahren: ein Luxus, auf den viele andere deutsche Städte
noch lange warten mussten.
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 | | Aachen, die Pferde und der Sport |
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 |  | | Als in Aachen im Jahre 1898 der Aachen-Laurensberger Rennverein (ALRV)
gegründet wurde, war die Zeit reif für einen Wechsel: Es war absehbar, dass
Pferde angesichts der rasant fortschreitenden Technik in vielen Lebensbereichen,
vom Verkehr bis zum Militär, nur noch befristet benötigt würden. Umso wichtiger
war es, ihnen eine neue Rolle ‚auf den Leib zu schneidern’ – als Partner des
Menschen im Sport. Darin bewiesen die Aachener einmal mehr ihre Vorreiterrolle:
Aus kleinen Anfängen wuchs innerhalb von gut zwei Jahrzehnten ein
internationales Turnier (1927), das den Fahrdisziplinen ebenso einen Rahmen bot
wie Spring- und Dressurprüfungen. |  |  |
 | | Wo Europa- und Weltmeister gekrönt wurden |
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 |  | | Im Jahre 2006 werden in Aachen die Weltmeister in sieben pferdesportlichen
Disziplinen ermittelt. Europa- und Weltmeisterschaften in einzelnen Disziplinen
sind in der Vergangenheit schon wiederholt in der Aachener Soers ausgetragen
worden – sieben Mal kämpften zwei- und vierbeinige Athleten um den
Europameistertitel (vier Mal im Springen – 1958, 1961, 1965, 1971; drei Mal in
der Dressur – 1967, 1973, 1983), fünf Mal um die Weltmeisterschaft (vier Mal im
Springen: 1955, 1956, 1978, 1986; ein Mal in der Dressur: 1970). |  |  |
 | | Ein Herz für Pferde (-skulpturen) |
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 |  | | Auf dem Flur steht ein Pferd nur im Karnevalsschlager. In Aachen werden
2006 rund zweihundert Pferde an Orten stehen, wo man sie nie vermuten würde, auf
dem Vordach und der Rathaustreppe, im Schaufenster und in der Spielstraße, hoch
oben auf der Eisenstange und mit den Füßen im Wasser der heißen Quelle:
Aufbauend auf den Erfolg der ersten HorseParade im Jahre 2001 wird sich die
Stadt für die Weltmeisterschaft 2006 auch optisch von ihrer engagiertesten
Pferde-Seite präsentieren: Lebensgroße Pferdeskulpturen, gestaltet von Aachener
Künstlern ebenso wie von kreativen Pferdenarren aus aller Welt, sorgen für ein
unübersehbares optisches Highlight im Stadtbild. Nach Brasilien und Bangladesch,
nach Südafrika und Indien, in die Mongolei und nach Israel sind die Aachener
Pferderohlinge gereist, um dort mit viel Liebe kunstvoll bearbeitet zu werden:
In Aachen zurück, formieren sie sich zur großen WorldHorseParade, einer
farbenfrohen Multikulti-Inszenierung im öffentlichen Raum, die von der
grenzenlosen Pferdepassion der Menschen in allen Teilen dieser Welt erzählt.
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 |  | | In einer Stadt, in der Pferde so viel(e) Geschichte(n) geschrieben haben,
ist die richtige Heimat für eine Stiftung, die sich der einzigartigen Historie
der Vierbeiner und ihrer Bedeutung für die Entwicklungs- und Kulturgeschichte
der Menschen widmet: 2001 wurde in Aachen die AachenHorseAcademy gegründet, ein
internationales PferdeKulturZentrum, das sich in fach- und grenzüberschreitenden
Projekten die Aufarbeitung dieser facettenreichen Beziehungsgeschichte zur
Aufgabe gemacht hat. |  |  |
 | | „Pferdefreundliche Gemeinde“ |
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 |  | Im Jahre 2002 wurde Aachen ein besonderer Ehrentitel zugesprochen: Als
erste Großstadt überhaupt wurde die Kaiserstadt von der Deutschen Reiterlichen
Vereinigung (FN) mit dem Titel einer „pferdefreundlichen Gemeinde“
ausgezeichnet. Dass daran das „Weltfest des Pferdesports“ einen maßgeblichen
Anteil hat, versteht sich von selbst. Aber auch 22 Indoor-Reithallen, 134
reiterliche Betriebe, mehrere Dutzend kleinere Turnier- und Schauveranstaltungen
sowie ein insgesamt 40 Kilometer langes Reitwegenetz haben dazu ihren Beitrag
geleistet.
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 |  | Die Pferdegruppe von Bonifatius Stirnberg empfängt den Gast gleich am
Hauptbahnhof.
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 |  | Vor dem Stadttheater grüßt der „Lachende Hengst“ von Gerhard
Marcks.
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 |  | Auf dem Proserpina-Sarkophag in der Domschatzkammer kann die berühmte
Quadriga bewundert werden.
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 |  | Auf dem Kaiserplatz thront das Reiterstandbild Kaiser Friedrichs
III.
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 |  | Wenn CHIO-Zeit ist, erstrahlen dutzende Schaufenster in der Aachener
Innenstadt im Schmuck kunstvoll gestalteter Pferde- und
Reitmotive.
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