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13 Facetten einer Beziehungsgeschichte der besonderen Art:



Der erste Aachener ... war ein Pferd
Das Pferd Karls des Großen
Ritterspiele und Pferdeparaden
„Über Stock und Stein“
Zentrum des Kutschenbaus
Aachen wird (pferde-) mobil
Aachen, die Pferde und der Sport
Wo Europa- und Weltmeister gekrönt wurden
Ein Herz für Pferde (-skulpturen)
Die AachenHorseAcademy
„Pferdefreundliche Gemeinde“
Aachener Pferde-Experten
Pferde in der Stadt
Der erste Aachener ... war ein Pferd
Die wohl ältesten Spuren von Leben in der Aachener Region wurden bei Kanalbauarbeiten in den 1950er Jahren freigelegt: Es handelte sich um fossile Knochenreste eines Wildpferdes, das vor rund 30.000 Jahren mit seinen Artgenossen über die Steppenlandschaft galoppiert sein dürfte.
Das Pferd Karls des Großen

In Aachen hat alles eine Geschichte. Und alle Geschichten enden früher oder später bei Karl dem Großen. Selbstverständlich auch die Geschichte der Pferdestadt Aachen. Denn schließlich war es, der Legende zufolge, das Pferd Karls des Großen, das mit scharrendem Huf eine heiße Quelle freilegte und damit den Grundstock legte für die Karriere Aachens als Lieblingspfalz Karls des Großen sowie als Bade- und Kurstadt.
Karl der Große selbst war ein passionierter Pferdezüchter und liebte die Jagd auf schnellen Rössern.
Ritterspiele und Pferdeparaden
Zum CHIO geben sich in der Aachener Soers alljährlich rund 400 edle Vierbeiner die Ehre. Zu den mittelalterlichen Krönungsfeierlichkeiten begaben sich, so berichten die Chronisten, an die 5.000 wohl ausgerüstete Reiter nach Aachen, um dem neuen Herrscher ihre Reverenz zu erweisen – Dimensionen, die man sich in der damals noch kleinen Stadt Karls des Großen kaum vorzustellen vermag. Mehr als dreißig Mal fanden zwischen dem 10. und dem 16. Jahrhundert anlässlich der Königskrönungen solche mittelalterlichen Mega-Events statt. Und nach getaner Arbeit vergnügten sich die berittene Prominenz und das schon damals faszinierte Publikum mit „Lanzenspielen und Pferderennen“.
„Über Stock und Stein“

Lange bevor Aachen zum Mekka für die Spring- und Dressurreiter sowie für die Viererzugfahrer wurde, schrieb die Stadt mit ihren Pferderennen Reitsportgeschichte. Schauplatz war die sog. „Brander Heide“ im Süden der Stadt. Dort fand 1821 – anlässlich eines Besuches von König Friedrich Wilhelm III. - das erste Rennen „nach englischem Vorbild“ statt. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts galten die Aachener Rennen fortan als ein „Muss“ für den europäischen Adel. Und nur die besten Pferde aus den Ställen der Oppenheims, von Goltsteins, von Metternichs, Esterhazys oder Fürstenbergs gaben sich auf der Aachener Rennbahn die Ehre.
Zentrum des Kutschenbaus

Was tut der Mensch, wenn er Urlaub hat? Er hat Zeit zum Shoppen – im Kleinen wie im Großen. Die europäischen Aristokraten und das gehobene Bürgertum jedenfalls liebten es, die Zeit der Badekur in Aachen zu nutzen, um sich dort einen neuen Reisewagen, ein schickes Coupé oder eine elegante Calèche anfertigen zu lassen. Bei den Aachener Kutschenbauern waren sie dabei in allerbesten Händen, denn die zählten im 19. Jahrhundert zu den führenden in Deutschland. Kein Wunder, dass Kutschen ‚made in Aachen’  nicht nur bei den preußischen Königen, sondern auch in Warschau und St. Petersburg begehrt waren.

Aachen wird (pferde-) mobil

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde Tempo gemacht. Eisenbahn und später Automobil brachten den Verkehr auf Trab. Am Beginn dieser Entwicklung sorgten Pferdebahnen für einen ganz neuen Fahr-Komfort. 1880 erhielt Aachen seine erste Pferde-Eisenbahn – mit 22 Wagen und 159 Pferden wurde eine Strecke von 11 Kilometern abgefahren: ein Luxus, auf den viele andere deutsche Städte noch lange warten mussten.
Aachen, die Pferde und der Sport

Als in Aachen im Jahre 1898 der Aachen-Laurensberger Rennverein (ALRV) gegründet wurde, war die Zeit reif für einen Wechsel: Es war absehbar, dass Pferde angesichts der rasant fortschreitenden Technik in vielen Lebensbereichen, vom Verkehr bis zum Militär, nur noch befristet benötigt würden. Umso wichtiger war es, ihnen eine neue Rolle ‚auf den Leib zu schneidern’ – als Partner des Menschen im Sport. Darin bewiesen die Aachener einmal mehr ihre Vorreiterrolle: Aus kleinen Anfängen wuchs innerhalb von gut zwei Jahrzehnten ein internationales Turnier (1927), das den Fahrdisziplinen ebenso einen Rahmen bot wie Spring- und Dressurprüfungen.  
Wo Europa- und Weltmeister gekrönt wurden

Im Jahre 2006 werden in Aachen die Weltmeister in sieben pferdesportlichen Disziplinen ermittelt. Europa- und Weltmeisterschaften in einzelnen Disziplinen sind in der Vergangenheit schon wiederholt in der Aachener Soers ausgetragen worden – sieben Mal kämpften zwei- und vierbeinige Athleten um den Europameistertitel (vier Mal im Springen – 1958, 1961, 1965, 1971; drei Mal in der Dressur – 1967, 1973, 1983), fünf Mal um die Weltmeisterschaft (vier Mal im Springen: 1955, 1956, 1978, 1986; ein Mal in der Dressur: 1970).
Ein Herz für Pferde (-skulpturen)

Auf dem Flur steht ein Pferd nur im Karnevalsschlager. In Aachen werden 2006 rund zweihundert Pferde an Orten stehen, wo man sie nie vermuten würde, auf dem Vordach und der Rathaustreppe, im Schaufenster und in der Spielstraße, hoch oben auf der Eisenstange und mit den Füßen im Wasser der heißen Quelle: Aufbauend auf den Erfolg der ersten HorseParade im Jahre 2001 wird sich die Stadt für die Weltmeisterschaft 2006 auch optisch von ihrer engagiertesten Pferde-Seite präsentieren: Lebensgroße Pferdeskulpturen, gestaltet von Aachener Künstlern ebenso wie von kreativen Pferdenarren aus aller Welt, sorgen für ein unübersehbares optisches Highlight im Stadtbild. Nach Brasilien und Bangladesch, nach Südafrika und Indien, in die Mongolei und nach Israel sind die Aachener Pferderohlinge gereist, um dort mit viel Liebe kunstvoll bearbeitet zu werden: In Aachen zurück, formieren sie sich zur großen WorldHorseParade, einer farbenfrohen Multikulti-Inszenierung im öffentlichen Raum, die von der grenzenlosen Pferdepassion der Menschen in allen Teilen dieser Welt erzählt.
Die AachenHorseAcademy
In einer Stadt, in der Pferde so viel(e) Geschichte(n) geschrieben haben, ist die richtige Heimat für eine Stiftung, die sich der einzigartigen Historie der Vierbeiner und ihrer Bedeutung für die Entwicklungs- und Kulturgeschichte der Menschen widmet: 2001 wurde in Aachen die AachenHorseAcademy gegründet, ein internationales PferdeKulturZentrum, das sich in fach- und grenzüberschreitenden Projekten die Aufarbeitung dieser facettenreichen Beziehungsgeschichte zur Aufgabe gemacht hat.
„Pferdefreundliche Gemeinde“

Im Jahre 2002 wurde Aachen ein besonderer Ehrentitel zugesprochen: Als erste Großstadt überhaupt wurde die Kaiserstadt von der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) mit dem Titel einer „pferdefreundlichen Gemeinde“ ausgezeichnet. Dass daran das „Weltfest des Pferdesports“ einen maßgeblichen Anteil hat, versteht sich von selbst. Aber auch 22 Indoor-Reithallen, 134 reiterliche Betriebe, mehrere Dutzend kleinere Turnier- und Schauveranstaltungen sowie ein insgesamt 40 Kilometer langes Reitwegenetz haben dazu ihren Beitrag geleistet.   
Aachener Pferde-Experten

Pferdepassion liegt den Aachenern seit jeher im Blut. Kein Wunder, dass zahlreiche namhafte Persönlichkeiten in Sachen Pferd Karriere gemacht haben: Henry und Otto Suermondt zum Beispiel, zwei der besten Herrenreiter ihrer Epoche, die im 19. Jahrhundert von Aachen aus internationale Rennsportgeschichte schrieben; Friedrich Hackländer, Lehrerssohn aus Burtscheid, der für König Wilhelm I. von Württemberg 1840 eine Orientexpedition unternahm und bei persischen Kaufleuten prachtvolle Araberhengste erwarb; oder auch Max Lochner, ein früher Pferdeflüsterer, der unter dem Pseudonym „Hengist Horsa“ mit zahlreichen Patenten (u.a. für einen speziellen, rückenschonenden Sattel) und Schriften für einen ‚humanen’ Umgang mit der Kreatur Pferd warb.

Pferde in der Stadt

Die Pferdegruppe von Bonifatius Stirnberg empfängt den Gast gleich am Hauptbahnhof.

Vor dem Stadttheater grüßt der „Lachende Hengst“ von Gerhard Marcks.

Auf dem Proserpina-Sarkophag in der Domschatzkammer kann die berühmte Quadriga bewundert werden.

Auf dem Kaiserplatz thront das Reiterstandbild Kaiser Friedrichs III.

Wenn CHIO-Zeit ist, erstrahlen dutzende Schaufenster in der Aachener Innenstadt im Schmuck kunstvoll gestalteter Pferde- und Reitmotive.